Meine Perlengeschichte

Ree perlt…..
Mit Anfang 20 durfte ich mal für einige kostbare Stunden im Perlenmacherklassenzimmer der Schule in Neugablonz an den Brenner.
Meine Freundin musste mich nach Stunden mit Gewalt aus dem Raum schaffen…das Glas und ich waren eine untrennbare Verbindung eingegangen, was sich auf meinen Unterarmen blasig zeigte. Ich trug die Wunden mit stolz und den Perlenmachervirus in mir, und meine Kette mit den absolut schiefsten perlen auf Erden stolz um den Hals, auch wenn sie mir diesen regelmäßig ordentlich verkratzte.

In den darauffolgenden 20 Jahren zog ich etliche Male um, und die in Neugablonz gekauften Kugler- stangen mit mir. Eines Tages würde ihre Stunde kommen….
Zuerst einmal war ja meine Töpferkarriere dran, das hatte mich schon mit 12 erwischt, also früher.
Ich habe dann parallel angefangen zu fädeln, das Schmuck basteln begleitete mich schon als Jugendliche und sicherte mir immerhin die Grundversorgung im Urlaub, wenn ich dann mal einen machte.Dort sass ich am Strand und fädelte weisse Rocailles auf versilberten Kupferdraht, und ausgewachsene Männer banden sich meine Fusskettchen um, weil das weiss ihre Urlaubsbräune so gut zur Geltung brachte und ihnen einen Hauch von „ ich bin in echt auch ein Hippie“ verlieh.

Irgendwann verschenkte ich meine Stangen an meine Freundin, die mittlerweile Perlen drehte.
Die war begeistert, die Farben waren ja alle mittlerweile nirgends mehr zu bekommen.
Ich durfte auch mal an ihren Brenner, drehte ein, zwei unsägliche Kartöffelchen und war etwas entmutigt.

An dieser Stelle musss ich erklären, dass ich keineswegs von Natur aus mit großem künstlerischen Talent, sondern vielmehr eher mit zwei linken Händen ausgestattet bin. Dafür habe ich bei der Verteilung der Fantasie gleich dreimal HIER geschrien…
In der Kunstschule wollten sie mich rauswerfen mangels Talent, ich solle doch lieber eine Bankerlehre machen oder sowas….bis ein uralter Dozent mich rettete, indem er das Gremium auf meine IMPULSE! Hinwies…
Neben der Fantasie bin ich recht willensstark, und außerdem liebten die Menschen meine krummen Becher,die Geschichte ernährte mich binnen kurzer Zeit schon halbwegs selber ( die andere Hälfte übernahmen verwandschaftliche Sponsoren, denen ich bis heute dafür über alle Maßen dankbar bin )

Und mit 50 dann wußte ich, wenn ich in diesem Leben noch eine Perlenmacherin werden will, wirr es langsam Zeit, denn ich würde etwas länger brauchen als die meisten.

Anderthalb Jahre später hatte ich dann alles beinander.
Und seit Anfang dieses Jahres, 2012, wo bei den Mayas schon alles zu Ende ist, fange ich an.

Seiher ist meine Welt irgendwie anders
Das erstaunlichste: Die Leidenschaft ist wieder eingezogen!

Ich hatte sie schon abgehakt. Mein Leben verlief schon länger eher unaufgeregt, die Beziehung zu meinem Partner hatte sich irgendwie eingeruckelt, das Töpfern ernährte mich immer noch , ich habe mir gut 30 Kilo Isoliermaterial angefuttert, damit es schön weich ist, wenn ich falle….
Symptomatisch ist das perlen wie das Verliebtsein, es flirrt im Bauch, und es macht mich irrsinnig glücklich.
Ich bin der festen Überzeugung, spätestens mit über 50 muss der Mensch dafür sorgen, dass er möglichtst oft Dinge tut, die ihn glücklich machen, lautes oder stilles Glück, das kann Mensch durch Meditation, Kunst, Natur, Musik etc erlangen, und für mich ist es ein wenig von allem und in der Gesamtheit alles.
Perlenzeit ist der sorgenfreie Raum schlechthin.
Kein Kopfkino,…was muss ich alles noch machen…wo kommt das nächste Geld her…wie schaffe ich das alles….schon wieder ein Jahr rum….wann werde ich endlich wieder dünn……alles weg.

Neun Monate später.
Die Zeit wollte ich mir geben, um dieses Baby zu gebären, sprich üben und lernen und nicht produzieren müssen.
Ich habe eine kleine Frühgeburt hingelegt. Aber warten war noch nie meine Stärke. Denn bereits meine ersten kartoffeligen Exponate wurden mir entrissen, hauptsächlich im Freundes-und Verwandschaftskreis.
Im 7. Monat besass ich dann einen zweiten Brenner, mein Feuerteufelchen, welches mich auf die Märkte begleitete, auf denen ich neben der Keramik auch mit dem Glas sein durfte.

Das Glas begleitet mich auf all meinen Wegen.
Auf dem Weg zum Clo ramme ich mir ein kleines Stück davon in den rechten Fuss. Im Staubsauger klappert es ordentlich. Wohin ich mich auch setze, eine Perle sitzt schon vor mir da. Oder kullert vor mir weg. Halbe Perlen in Schalen und Gläsern, in jedem Raum.( Ich mache Mosaike damit)
Keine Tasse ohne Perle, denn ich schleppe sowohl Kaffee als auch Perlen regelmässig von A nach B
Und ist der Kaffee leer, finde ich irgendwo eine Perle….

Ich mochte schon vorher nicht gern auf Parties.
Jetzt bin ich überhaupt nicht mehr gesellschaftskompatibel. Zumal ich immer erst abends perle.
Die wenigen Freunde, die trotz der lauernden gefahren noch zu mir kommen, lassen sich mit ihrem Weinglas neben meinem Brennplatz auf dem Sessel nieder..nein die Gläser sind alle noch ganz.

Perlenmacher sind sowieso eine ganz spezielle Gattung Mensch.
Vielleicht sind sie gar eine komplett andere Spezies.
Wenn sie sich irgendwo treffen, sind sie wie Hunde, die sich sofort beschnüffeln, es gibt keine Berührungsängste,man erkennt sich und freut sich und zeigt sich seine Schätze, liegt sich in den Armen, obwohl man sich nie zuvor gesehen hat, bzw nur virtuell, denn der kommunizierende Teol dieser Spezies läuft nur noch über Internet, in Glasperlenforen, bei facebook.
Wenn ich auf einem Perlentreffen bin, Lauscha oder Wertheim bis jetzt, ist das Zusammenspiel der Glasstangenvorräte und den Vertertern meiner Spezies so euphorisierend, dass ich mich fühle wie frisch verliebt uns vermutlich auch so aussehe. Ein strahlender, rotwangiger 90 Kilo- Teenager.

Eine nicht perlende Frau, die auf einer dieser Treffen war, meinte, wir wären wie eine Sekte.
Da gibt es auch Perlengurus, deren Namen mit Ehrfurcht ausgesprochen wird, vor allem von einer letztes Jahr leider Verstorbenen, ohne Zweifel eine Perlengöttin, jeder zweite trägt eines ihrer Werke, auch ich….

und im Halbschlaf träume ich eine Szene von einem Perlengottesdienst.
Auf der kanzel steht ein riesiger Zenith- Brenner. Die Perlenpriesterin kommt mit einem riesigen Rohr in der Dicke eines Staubsaugerrohrs. Von oben wird eine riesige Glassstange herabgelassen.
Die Priesterin dreht eine riiiiesige Kugel, die Gemeinde gibt einen Chor aus ahs und ohs……

Ree perlt…..
Mit Anfang 20 durfte ich mal für einige kostbare Stunden im Perlenmacherklassenzimmer der Schule in Neugablonz an den Brenner.
Meine Freundin musste mich nach Stunden mit Gewalt aus dem Raum schaffen…das Glas und ich waren eine untrennbare Verbindung eingegangen, was sich auf meinen Unterarmen blasig zeigte. Ich trug die Wunden mit stolz und den Perlenmachervirus in mir, und meine Kette mit den absolut schiefsten perlen auf Erden stolz um den Hals, auch wenn sie mir diesen regelmäßig ordentlich verkratzte.

In den darauffolgenden 20 Jahren zog ich etliche Male um, und die in Neugablonz gekauften Kugler- stangen mit mir. Eines Tages würde ihre Stunde kommen….
Zuerst einmal war ja meine Töpferkarriere dran, das hatte mich schon mit 12 erwischt, also früher.
Ich habe dann parallel angefangen zu fädeln, das Schmuck basteln begleitete mich schon als Jugendliche und sicherte mir immerhin die Grundversorgung im Urlaub, wenn ich dann mal einen machte.Dort sass ich am Strand und fädelte weisse Rocailles auf versilberten Kupferdraht, und ausgewachsene Männer banden sich meine Fusskettchen um, weil das weiss ihre Urlaubsbräune so gut zur Geltung brachte und ihnen einen Hauch von „ ich bin in echt auch ein Hippie“ verlieh.

Irgendwann verschenkte ich meine Stangen an meine Freundin, die mittlerweile Perlen drehte.
Die war begeistert, die Farben waren ja alle mittlerweile nirgends mehr zu bekommen.
Ich durfte auch mal an ihren Brenner, drehte ein, zwei unsägliche Kartöffelchen und war etwas entmutigt.

An dieser Stelle musss ich erklären, dass ich keineswegs von Natur aus mit großem künstlerischen Talent, sondern vielmehr eher mit zwei linken Händen ausgestattet bin. Dafür habe ich bei der Verteilung der Fantasie gleich dreimal HIER geschrien…
In der Kunstschule wollten sie mich rauswerfen mangels Talent, ich solle doch lieber eine Bankerlehre machen oder sowas….bis ein uralter Dozent mich rettete, indem er das Gremium auf meine IMPULSE! Hinwies…
Neben der Fantasie bin ich recht willensstark, und außerdem liebten die Menschen meine krummen Becher,die Geschichte ernährte mich binnen kurzer Zeit schon halbwegs selber ( die andere Hälfte übernahmen verwandschaftliche Sponsoren, denen ich bis heute dafür über alle Maßen dankbar bin )

Und mit 50 dann wußte ich, wenn ich in diesem Leben noch eine Perlenmacherin werden will, wirr es langsam Zeit, denn ich würde etwas länger brauchen als die meisten.

Anderthalb Jahre später hatte ich dann alles beinander.
Und seit Anfang dieses Jahres, 2012, wo bei den Mayas schon alles zu Ende ist, fange ich an.

Seiher ist meine Welt irgendwie anders
Das erstaunlichste: Die Leidenschaft ist wieder eingezogen!

Ich hatte sie schon abgehakt. Mein Leben verlief schon länger eher unaufgeregt, die Beziehung zu meinem Partner hatte sich irgendwie eingeruckelt, das Töpfern ernährte mich immer noch , ich habe mir gut 30 Kilo Isoliermaterial angefuttert, damit es schön weich ist, wenn ich falle….
Symptomatisch ist das perlen wie das Verliebtsein, es flirrt im Bauch, und es macht mich irrsinnig glücklich.
Ich bin der festen Überzeugung, spätestens mit über 50 muss der Mensch dafür sorgen, dass er möglichtst oft Dinge tut, die ihn glücklich machen, lautes oder stilles Glück, das kann Mensch durch Meditation, Kunst, Natur, Musik etc erlangen, und für mich ist es ein wenig von allem und in der Gesamtheit alles.
Perlenzeit ist der sorgenfreie Raum schlechthin.
Kein Kopfkino,…was muss ich alles noch machen…wo kommt das nächste Geld her…wie schaffe ich das alles….schon wieder ein Jahr rum….wann werde ich endlich wieder dünn……alles weg.

Neun Monate später.
Die Zeit wollte ich mir geben, um dieses Baby zu gebären, sprich üben und lernen und nicht produzieren müssen.
Ich habe eine kleine Frühgeburt hingelegt. Aber warten war noch nie meine Stärke. Denn bereits meine ersten kartoffeligen Exponate wurden mir entrissen, hauptsächlich im Freundes-und Verwandschaftskreis.
Im 7. Monat besass ich dann einen zweiten Brenner, mein Feuerteufelchen, welches mich auf die Märkte begleitete, auf denen ich neben der Keramik auch mit dem Glas sein durfte.

Das Glas begleitet mich auf all meinen Wegen.
Auf dem Weg zum Clo ramme ich mir ein kleines Stück davon in den rechten Fuss. Im Staubsauger klappert es ordentlich. Wohin ich mich auch setze, eine Perle sitzt schon vor mir da. Oder kullert vor mir weg. Halbe Perlen in Schalen und Gläsern, in jedem Raum.( Ich mache Mosaike damit)
Keine Tasse ohne Perle, denn ich schleppe sowohl Kaffee als auch Perlen regelmässig von A nach B
Und ist der Kaffee leer, finde ich irgendwo eine Perle….

Ich mochte schon vorher nicht gern auf Parties.
Jetzt bin ich überhaupt nicht mehr gesellschaftskompatibel. Zumal ich immer erst abends perle.
Die wenigen Freunde, die trotz der lauernden gefahren noch zu mir kommen, lassen sich mit ihrem Weinglas neben meinem Brennplatz auf dem Sessel nieder..nein die Gläser sind alle noch ganz.

Perlenmacher sind sowieso eine ganz spezielle Gattung Mensch.
Vielleicht sind sie gar eine komplett andere Spezies.
Wenn sie sich irgendwo treffen, sind sie wie Hunde, die sich sofort beschnüffeln, es gibt keine Berührungsängste,man erkennt sich und freut sich und zeigt sich seine Schätze, liegt sich in den Armen, obwohl man sich nie zuvor gesehen hat, bzw nur virtuell, denn der kommunizierende Teol dieser Spezies läuft nur noch über Internet, in Glasperlenforen, bei facebook.
Wenn ich auf einem Perlentreffen bin, Lauscha oder Wertheim bis jetzt, ist das Zusammenspiel der Glasstangenvorräte und den Vertertern meiner Spezies so euphorisierend, dass ich mich fühle wie frisch verliebt uns vermutlich auch so aussehe. Ein strahlender, rotwangiger 90 Kilo- Teenager.

Eine nicht perlende Frau, die auf einer dieser Treffen war, meinte, wir wären wie eine Sekte.
Da gibt es auch Perlengurus, deren Namen mit Ehrfurcht ausgesprochen wird, vor allem von einer letztes Jahr leider Verstorbenen, ohne Zweifel eine Perlengöttin, jeder zweite trägt eines ihrer Werke, auch ich….

und im Halbschlaf träume ich eine Szene von einem Perlengottesdienst.
Auf der kanzel steht ein riesiger Zenith- Brenner. Die Perlenpriesterin kommt mit einem riesigen Rohr in der Dicke eines Staubsaugerrohrs. Von oben wird eine riesige Glassstange herabgelassen.
Die Priesterin dreht eine riiiiesige Kugel, die Gemeinde gibt einen Chor aus ahs und ohs……

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