Lauscha Glasperlendesigntage

ich hinke ziemlich hinterher mit dem bloggen….jedes Jahr denke ich aufs Neue: die ersten 3 Monate sind ja keine Märkte, da hab ich dann Zeit für die Steuer und das Bloggen und alles aufräumen und und….und wieder fällt, wie jedes Jahr, so manches hinten runter….
Dar erste Highlight des Jahres ist für mich jetzt schon das 4. Mal, die Glasdesigntage in Lauscha.
das sind 2 Tage im Paradies mit Gleichgesinnten. Nach wie vor bin ich davon überzeugt, daß Perlenmacher eine eigene Spezies sind, und sie werden es nicht müde, sich stunden-bzw tagelang über Glas im allgemeinen und Farben und Beschaffenheit im Besonderen auszutauschen, sich gegenseitig ihre Techniken zu zeigen, sich im Lager zu verlieren mit glasigen Augen und kiloweise Beute machen…
Wenn ICH am Ende die Beute rausschleppe, kann ich mich des Verdachts nicht erwehren, noch ein bißchen verrückter als die meisten anderen zu sein, zumindest bin ich die einzige, die dreimal laufen muß, bis alles im Auto verstaut ist…Aber es ist ja nicht ALLES für mich, ein paar Kilochen sind auch für die armen daheimgebliebenen Perlies, denn nur an diesen Tagen kann man A: völlig frei herumlaufen im Lager, nach Lust und Laune heraussammeln, wie viel man auch von welcher Farbe haben will, und B: die Preise sind an diesen Tagen günstiger .
Und alle Farben kann man direkt vor Ort ausprobieren, am dicken fetten Arnie ( für Nichtperler: Ein besonders großer Brenner- das ist wie mit dem 7 Tonner mal eben zum Einkaufen gedüst- Ruckzuck ist das Perlchen fertig…)
Und diesmal wurde ich sogar eingeladen, vorzuführen…“ namhafte Perlendesigner führen ihr Können vor“….uih uih da stand dann Ree Mack neben Koryphäen wie Dorry Spoo und Silke Gröber…..eine ältere Dame, der ich meine Visitenkarte gab, meinte auch tatsächlich: Sie kennt man aber noch nicht, oder?…und ich: noch nicht alle kennen mich, aber BALD…..
Ich habe dann das vorgeführt, was ich am allerbesten kann…mit Scherben spielen. Dafür bin ich mit Rene Seifferth, einem engagierten Mitarbeiter,“ einem, der die Seele der Perlenmacher verstehen kann“…durch die Produktionshallen gelaufen, und wir haben die Abfalltonnen nach Schätzen wie zerbrochenen Rosenkugeln abgesucht. Und dabei wurde ich Zeuge der Produktion zylindrisch- schlichter Vasen in diesem waaahninnigen türkis!
Rene klärte mich auf, dass es Polizeileuchten sind….und ich durfte ein paar Testbrocken von einem riesigen Haufen auf dem Betonboden raussuchen…wenn es kompatibel ist mit anderen Gläsern, wird es gezogen für uns….Polizeisirenentürkis! je nachdem, von welcher Seite man es anschaut, ist es mal blau und mal grün….hach, schwelg, ich hoffe, die ziehn das wirklich….
Und am nächsten Tag hab ich dann Mutperlen vorgeführt.. der diesjährige Wettbewerb zielte ja darauf hin….in Deutschland, in dem Fall Jena, scheint es Ambitionen zu geben, das Mutperlenprojekt auch dort zu etablieren…
Und viel gelernt hab ich auch wieder. Von Silke lernte ich Wigwag ziehen ..( für Nichtperler: sieht aus wie eine Mischung aus Zuckerstange und Zauberstab….oder wenn man es noch nicht so gut kann, wie ein Wurzelbrot in ganz bunt für Zwerge)
Generell ist das für mich immer noch so, dass ich bei all dieser Vielfalt ein bisschen so werde wie ein Kind, das zum ersten Mal im Sichtfensterkinderwagen durch einen Jahrmarkt geschoben wird…ich wil alles auf einmal sehen, anfassen, ausprobieren, hier gucken, da gucken…mit fast 55 Jahren erlebe ich somit immer noch diese Momente kindlicher Begeisterung bis hin zum Overkill, zur Reizüberflutung.
Und die Abende haben wir natürlich zusammen verbracht, einen im legendären Gollo..womöglich eh die einzige Lokalität, die da abends noch auf hat, wo jeder auf die Tische knöchelt, wenn er kommt oder geht, wo sich die Bevölkerung Lauschas, die Touris und die Perlenmacher feuchtfröhlich durchmischen….das mit dem Tischklopfen sind die Einheimischen, glaube ich….
und der zweite Abend im Hotel der Glashüttenbesitzerin, wo es ein mehrgängiges Dinner gab zum Thema Perlen und Kunst und Thüringen…soviel Geld habe ich zwar noch nie für Essen ausgegeben ( zum Glück hab ich nicht vorher geschaut)…aber es war lustig und im Knödel war ein Glastierchen ( man wies uns vorher darauf hin) und den Grappa gabs aus ner Weihnachtskugel mit Hals, beides durfte mitgenommen werden..und so hab ich auch den zweiten Abend unter Gleichgesinnten sehr genossen.
Und dann wieder auf die Couch nach Ernsttal zu meinem Glasbläserfreund Enrico mit Schmusebull Missi, die unbedingt mit aufs Sofa wollte….

2 Gedanken zu „Lauscha Glasperlendesigntage

  1. Ich KENNE Dich 😉
    So herzlich, nette Zeilen mit Wiedererkennungswert, Ree … ich wünschte, ich hätte mit Euch schwelgen können!
    Liebe Grüße aus dem Ösiland, Michi

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